Mehr Agilität in Lehre & Forschung bitte …

coworkersGestern hatte ich ein sehr interessantes Gespräch über Störfaktoren im (Bau)Projektmanagement mit einem Kollegen vom FH Campus Wien und einem seiner Diplomanden. In der anregenden Unterhaltung sind wir verschiedene Ansätze durchgegangen, wie man Störfaktoren in einem Projekt aus der Sicht des PM begegnen kann. Und dabei sind wir immer wieder auf die agilen Methoden gestoßen, wie sie z.B. in der Softwareentwicklung angewendet werden. Ich habe hier in diesem Blog schon vor einigen Jahren über die Möglichkeiten eines agilen Bauprojektmanagements ein paar grundlegende Gedanken niedergeschrieben. Grundsätzlich sind diese Gedanken nach wie vor aktuell. Im gestrigen Gespräch waren wir uns auch alle einig, dass gerade bei komplexen Projekten wie beispielsweise einem Flughafen oder einem Krankenhaus agile Elemente den Planungsprozess sinnvoll unterstützen können. 

Allerdings ist dafür ein Umdenken hinsichtlich der Gestaltung des Planungsprozesses und seiner Teilphasen (Vorentwurf, Entwurf, etc.) und auch in Sachen Projektorganisation erforderlich. Man könnte das natürlich im trial-and-error-Verfahren bei dem einen oder anderen Projekt einfach ausprobieren – sofern man einen Bauherren findet, der dafür die notwendige Bereitschaft aufbringt. Aber viel schöner wäre es, wenn zunächst in einer vertieften wissenschaftlichen Betrachtung einer Projektion agiler PM-Methoden auf das Bauprojektmanagement das Potential solcher Ansätze genauer erforscht wird, von dem wir ja noch gar nicht wissen, wie wir damit den Planungsprozess von komplexen Bauprojekten optimieren und neu gestalten können. Und danach kann dann das Ergebnis dieser Forschungsarbeit in der Praxis erprobt und verfeinert werden.

Leider wird aber in der Lehre und Forschung an Universitäten und Fachhochschulen in unseren Fachbereichen Architektur und Bauingenieurwesen gar nicht oder jedenfalls viel zu wenig auf alternative Methoden im Projektmanagement eingegangen. Das liegt vermutlich zu einem guten Teil daran, dass die Lehrenden zum eine davon gar nichts wissen und zum anderen die Bereitschaft nicht aufbringen (wollen oder können), um einmal den Blick über den Tellerrand zu wagen. Das sollte sich ändern, denn es wäre etwas mehr Agilität in der Lehre und Forschung in unseren Fachbereichen auch hinsichtlich Projektmanagement überaus wünschenswert. Und während ich diese Zeilen mir hier so von der Seele schreibe, denke ich: vielleicht sollten wir auch gar nicht so viel darüber reden/schreiben sondern es einfach tun … ganz agil eben 😉

Bildnachweis: Das Artikelbild “A brief history of time machines 11/11“ wurde von Alex Eylar (Profound Whatever) auf Flickr unter einer Creative Commons Lizenz (CC BY-NC-SA 2.0) veröffentlicht.

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