Jenseits des Projektmanagements – oder: was braucht das PM von morgen?

Hardsuit_bwDie Beschäftigung mit dem Jenseits übt auf uns Menschen schon von jeher eine gewisse Faszination aus. Bezogen auf das Projektmanagement steht das nächste PM-Camp in Dornbirn im November unter dem – etwas reisserisch formulierten – Motto „Beyond Projekt Management“ – also jenseits des Projektmanagements oder etwas freier übersetzt: wie kann das Projektmanagement von morgen aussehen. In der Vorbereitung auf das PM-Camp hat Marcus Raitner in seinem Blog zu einer Blogparade aufgerufen, die sich dem Thema widmet. Diesem Aufruf folge ich gerne und freue mich schon jetzt auf spannende Gespräche und Diskussionen dazu beim PM-Camp im November … 

Zugegeben, die Fragen nach dem Danach, dem Zeitpunkt wann’s vorbei ist oder ob das alles war und was dann noch kommt ist schon eine spannende. Diese Fragestellungen sind wesentliche Triebfedern in der ständigen Weiterentwicklung der Menschheit – und wenn man so will, auch in der Weiterentwicklung von Projektmanagement. Und Weiterentwicklung ist meiner Meinung nach das, worum es beim Thema „Beyond Project Management“ geht bzw. gehen soll.

Ich möchte aber hier gar nicht auf die mittlerweile furchtbar langweiligen und eigentlich den Rahmen des Erträglichen schon sprengenden – wie soll ich das eigentlich nennen – Abgrenzungs- oder Einordnungsversuche verschiedenster Projektmanagement-Ansätze und Methoden eingehen. Genau das brauchen wir nämlich in Zukunft gar nicht, denn das bringt weder uns als Projektmanager noch unsere Projekte weiter. Vielmehr bin ich der Meinung, dass wir uns verstärkt auf das Wesentliche, also den Inhalt unserer eigentlichen Arbeit und deren Praxistauglichkeit fokussieren sollten.

Projektmanagement ist und war immer das Management in einem bzw. für ein Projekt. Das brauchen wir vermutlich auch in Zukunft noch, denn es wird weiterhin Projekte geben, die geleitet und gesteuert werden müssen. Wer allerdings unter Projektmanagement einen oder mehrere Prozesse und Tools versteht, der kann in Hinkunft einpacken. Es wird ein gewisses Maß an Grundwissen geben (müssen) und das ist von mir aus auch standardisiert beschreibbar in Prozessen und Tools, damit es für Anfänger besser greifbar und verständlich wird. Das eigentliche Projektmanagement ist dann in der Praxis von der konkreten Projektaufgabe, der damit verbundenen Komplexität und einer Vielzahl weiterer, projekt-individueller Faktoren abhängig und situativ zu behandeln.
Daher wird es in Zukunft besonders wichtig sein, möglichst viele Methoden, Prozesse, Tools, etc. zur Unterstützung der Abwicklung und Umsetzung von Projekten zu kennen und auch zu verstehen, damit man in der Praxis in der Lage ist, diese sinnvoll und effektiv einzusetzen. Das Projektmanagement von morgen braucht also den Blick über den sprichwörtlichen Tellerrand. Es geht also weniger um das „Jenseits des Projektmanagements“ sondern eher um ein „Jenseits des Tellerrandes“! Wie werden in anderen Branchen und Berufssparten Projekte aufgesetzt und abgewickelt? Welche Werkzeuge und Methoden werden dort verwendet und (wie) kann man diese dann schließlich auf eine konkrete Projektaufgabenstellung übertragen? Wie sieht die Führung von Projektteams dort aus und was kann ich davon als Projektleiter für mein eigenes Projekt anwenden? Lernen von und mit den anderen – damit können wir die Zukunft im und für das Projektmanagement gestalten. Das sollten die Themen von Veranstaltungen und Seminarreihen zur nachhaltigen Weiterentwicklung von Projektmanagement sein und nicht hohle Phrasen die Projektmanagement zum Selbstzweck degradieren, oder zumindest diesen Eindruck entstehen lassen.

Artikelbild: Beaver Hardsuit 003 von Mike Szita auf flickr.com

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