Things3 – die Evolution der Dinge

Sie ist wieder da! Eine der ältesten und zugleich schönsten Apps für das Aufgabenmanagement auf macOS und iOS. Und obwohl sie quasi die alte Dame der Apps ihrer Zunft ist, lässt sie mit ihrer jüngsten Version die anderen so richtig alt aussehen. Die Rede ist von Things. Die dritte, runderneuerte Version der App wurde vor gut vier Wochen in den einschlägigen App-Stores veröffentlicht. Natürlich konnte ich da nicht widerstehen und habe mir Things3 genau und intensiv angeschaut. Eines gleich vorweg: die App ist überaus gelungen und hat für das tägliche Aufgabenmanagement definitiv das Prädikat sehr empfehlenswert verdient!

Things ist schon sehr lange am Markt. Vor knapp zehn Jahren, als Aufgabenmanager wie das legendäre iGTD erschienen, kam auch Things auf den Markt. iGTD wurde vom Things-Hersteller Cultured Code aus Stuttgart im August 2009 gekauft und der Entwickler Bartek Bargiel in das Things-Team integriert. Dort werkelt er auch heute noch sehr erfolgreich.

Die erste Alpha von Things gab’s im Herbst 2007. Auf meinem damaligen Mac landete die Version 0.9 im Frühjahr 2008. Damals war ich bereits iGTD-User, aber von dem neuen, frischen Design der App aus Stuttgart ziemlich begeistert.

Neben der Mac-App haben die Herrschaften von Cultured Code auch intensiv an einer App für das damals neue iPhone und den iPod touch gearbeitet. Die erste Version von Things für iPhone und iPod touch erschien am 10. Juli 2008. Things 1.0 für den Mac erblickte zur Macworld Expo 2009 das Licht der Welt. Das frische Designkonzept von Things begeisterte nicht nur die Nutzer, sondern auch Apple selbst. Und so wurde die junge App bereits im Juni 2009 erstmals mit dem Apple Design Award ausgezeichnet. Im Frühjahr 2010 folgte eine erste Version für Apple’s damals jüngstes Hardware-Produkt, das iPad.

Die kontinuierliche und konsequente Weiterentwicklung der Software zeichnet sich durch einen sehr hohen Qualitätsanspruch aus. Deshalb dauern bei der Entwicklung von Things manche Dinge eben etwas länger, dafür funktionieren sie dann einwandfrei. So auch beim Cloud-Sync-Feature, für das sich Cultured Code von der ersten Ankündigung im Dezember 2010 bis zum Release der Version 2.0 im August 2012 Zeit gelassen hat. Diesem Release war ein umfassender Beta-Test vorausgegangen, der im Mai 2011 begonnen hatte und im Februar 2012 zu einer Public Beta erweitert wurde. Seither gab es immer wieder laufende Verbesserungen an Things bis diesen Mai die neue Version 3 erschien.

Things war auf meinem Mac, iPhone und später auch am iPad von 2008 bis 2009 und von Ende 2011 bis Anfang 2014 im Einsatz. Danach habe ich die App zugegebener Maßen etwas aus den Augen verloren. Nicht zuletzt auch deshalb, weil ich eben irgendwann mal die Geduld für die langen Entwicklungs- bzw. Update-Zyklen verloren habe. Aber ich wurde überrascht. Und zwar davon, wie umsichtig und optisch ansprechend die jüngste Version von Things entwickelt und gestaltet wurde. Deshalb habe ich mich nach langer Zeit mal wieder hinreißen lassen und mein Aufgabenmanagement von OmniFocus nach Things3 übersiedelt. Nach nunmehr vier Wochen an intensiven Tests in meinem Arbeitsalltag kann ich dazu folgendes zusammenfassen:

  • Funktionen, die in Things3 nahezu fantastisch umgesetzt sind:
    • Die Benutzeroberfläche ist unter macOS und unter iOS sehr übersichtlich, intuitiv bedienbar, elegant und richtig hübsch. Das ist zugegebenermaßen ein stark subjektiver Eindruck, aber vermutlich auch gerade deshalb hat die noch sehr junge Version 3 bei der WWDC von Apple in der vergangenen Woche gleich einen weiteren Design Award abgeräumt.
    • Ein tolles Feature ist die Beschlagwortung von Aufgaben mit Tags. Anders als beispielsweise bei OmniFocus kann man in Things3 einer Aufgabe mehrere dieser Tags zuordnen und damit die Filterergebnisse deutlich verbessern. Filtermöglichkeiten bietet Things3 an nahezu jeder Stelle. Meist werden die Tags in einer Leiste nebeneinander angezeigt und mit einem Klick auf einen oder mehrere Tags kann die Aufgabenliste entsprechend gefiltert werden.
    • Things3 erlaubt es, mehrere Fenster mit unterschiedlichen Ansichten zur gleichen Zeit nebeneinander zu öffnen. Das funktioniert allerdings nur unter macOS. Damit ist es möglich, zum Beispiel die Liste der heute fälligen Aufgaben neben die Vorschau der nächsten Tage zu legen.
    • Gut gelungen ist auch die Integration des Kalenders. Things3 zeigt auf Wunsch alle Termine und Ereignisse aus einem oder mehren Kalendern in den Ansichten „Heute“ und „Geplant“ (das ist quasi der Blick in die Zukunft, insbesondere die Vorschau auf die nächsten 7 Tage) an. Das erleichtert die Planung von Aufgaben in Abstimmung mit den anstehenden Terminen erheblich.
    • Projekte können mit Überschriften in mehrere Teilabschnitte gegliedert werden. Ein angenehmes Feature, das die Übersichtlichkeit von umfangreicheren Vorhaben deutlich verbessert.
    • Mit so genannten Checklisten können umfangreichere Aufgaben in handlichere, kleinere Teilabschnitte zerlegt werden.
  • Funktionen, die in Things3 (noch) fehlen oder fehlerhaft sind:
    • Ein leidiges Thema in Things3 waren immer schon (auch in den Vorgängerversionen) und sind leider nach wie vor die Links (also Verweise) auf Informationen und Quellen aus anderen Apps, wie beispielsweise Mails, Evernote-Notizen udgl. Diese Links werden oftmals insbesondere unter iOS nur als Text angezeigt und lassen sich daher nicht oder nur über Umwege öffnen. Das geht deutlich besser und hier hat Things3 noch etwas Luft nach oben.
    • Mit Dateien als Anhänge bzw. Beilagen zu Aufgaben kann Things3 eigentlich gar nicht umgehen. Das funktioniert weder unter macOS noch unter iOS zufriedenstellend.
    • Derzeit können wiederkehrende Aufgaben nur (Verantwortungs-)Bereichen, nicht aber Projekten zugeordnet werden. Das wird aber in einer der nächsten Updates behoben, wie man dem Blogeintrag von Cultured Code vom 25. Mai 2017 entnehmen kann.
    • Versieht man eine wiederkehrende Aufgabe mit Checklisten-Punkten (also Sub-Aufgaben), werden diese nach Erledigung nicht in die über die Wiederkehr-Funktion automatisch angelegte Folgeaufgabe kopiert bzw. mitgenommen.
    • Für einen zum Beispiel wöchentlichen Aufgaben-Review steht in OmniFocus eine eigene Überprüfungsfunktion zur Verfügung. Damit kann eingestellt werden, in welchen zeitlichen Abständen ein bestimmtes Projekt zur Überprüfung (also einem Review) vorgelegt werden soll. Eine solche Funktion fehlt in Things3 (noch).

Bei meinen Tests in den letzten Wochen hat sich herauskristallisiert, dass Things3 die Aufgabenmanagementsoftware meiner Wahl wurde. Abgesehen von den oben angeführten fehlenden Funktionen hat die App alles mit an Bord, was man für das persönliche Aufgabenmanagement benötigt. Und das ist auch noch in einer sehr hübschen und intuitiv zu bedienenden Benutzeroberfläche verpackt. Wer allerdings eine granular konfigurierbare Software sucht, mit der man komplexe Aufgabensammlungen verwalten und steuern kann, oder Aufgabenmanagement für Teams bewerkstelligen möchte, wird mit Things3 vermutlich nicht glücklich werden. Things3 ist auf das Wesentliche reduziert und besticht dadurch mit Übersichtlichkeit und intuitiver Bedienung. Das macht diese App auch so gut. Hinter der polierten Oberfläche verbergen sich zudem einige Power-Features wie Tags, Kalenderintegration, Siri-Integration und Checklisten, die (auch) den (versierten Power-)User in Wahrheit nichts vermissen lassen.

Things3 gibt’s im Mac-App Store, sowie in je einer Version für’s iPhone bzw. die Apple Watch und für’s iPad im App-Store. Unter macOS kann man die App kostenlos für zwei Wochen testen. Die Testversion steht direkt auf der Cultured Code-Websitezum Download bereit.

Ein Gedanke zu „Things3 – die Evolution der Dinge

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